Albert-Schweitzer-Grundschule Albert Schweitzer

Besuch Schulmuseum

Klasse 3a im Schulmuseum – „ein besonderes Erlebnis“

Unsere Klasse hat sich mit dem Thema „Schule früher“ beschäftigt. Weil wir selber erleben wollten, wie es früher in der Schule war, sind wir ins Badische Schulmuseum nach Palmbach gefahren. Die Leiterin des Museums, Frau Zimmermann, begrüßte uns mit einer alten Schulglocke in einem strengen, lauten Ton. Sie trug, wie es damals üblich war, ein schwarzes Kleid mit weißem Kragen, das hochgeschlossen sein musste.
Sie führte uns in die Bücherausstellung. Wir merkten, dass wir das meiste aber gar nicht lesen konnten, obwohl wir Sütterlinschrift ein bisschen gelernt haben. Interessant für uns war ein altes Telefon, das nur mit Kurbel betrieben werden konnte. Mit der Kurbel wurde man mit einem Amt verbunden, das einem dann weiter leitet. Dabei konnten alle vom Amt mithören worüber man sprach.
Auch die Lehrerwohnung durften wir besichtigen. Sie war mit nur 4 Quadratmeter sehr klein. Unter dem Bett stand sogar eine Mausefalle. In einem kleinen Kleiderschrank lagen Kleider schön eingeräumt. Wir mussten über die Unterhosen, die darin lagen alle lachen. Sie waren sehr breit. Für die Männer waren vorne und hinten Knöpfe, die Unterhosen der Frauen wurden mit Bändeln wie eine Schürze gebunden und waren hinten offen. Wir erfuhren auch, dass es damals in den Schulen kein Toilettenpapier gab. Getrocknete Maiskolben dienten als Toilettenpapier.
Zur Schulstunde mussten wir, wie damals üblich, uns hintereinander in Zweierreihen aufstellen. Zuerst kamen die Mädchen, dahinter die Jungs. Die Sitzordnung im Klassenzimmer war nach Mädchen und Jungs und manchmal auch nach Religionen getrennt. Nachdem wir in den Holzbänken saßen, rief uns Fräulein Zimmermann den „Guten Morgen Gruß“ zu. Wir standen von den Bänken auf, stellten uns neben die Bank und grüßten zurück. Nun beteten wir ein Morgengebet. Nach dem Gebet setzten sich alle wieder in die Bänke.
Nun zeigte uns Frau Zimmermann verschiedene Strafen. So wurde einem Kind ein Holzklotz unter das Kinn geklemmt. Man musste damit dann eine Unterrichtsstunde lang sitzen und schreiben. Eine andere Strafe wurde so durchgeführt. Ein Kind wurde nach vorne gerufen und musste sich an den vorderen Tischrand stellen. Zur Bestrafung bekam es 15 Schläge mit dem Holzstock auf den Po. Für uns wurde das nur ein Spaß, nicht aber für die Kinder in früheren Zeiten.
Danach durften wir auf einer Schiefertafel mit dem Griffel in Sütterlinschrift etwas aufschreiben. Plötzlich meinte Fräulein Zimmermann: „Mir ist so kalt, hat jemand ein Stück Holz zum Anfeuern dabei?“ Einer meldete sich, trat aus der Bank und sagte: „Ich Fräulein Lehrerin“ und reichte ihr ein Stück Holz. So erfuhren wir auch, dass die Kinder damals zum Wärmen des Klassenzimmers im Winter selber Holz mitbringen mussten. Der Lehrer oder die Lehrerin heizten damit dann den Ofen, der im Klassenzimmer stand.
Plötzlich rief Fräulein Zimmermann einen Jungen auf und schimpfte fürchterlich mit ihm. Sie setzte ihm die Eselsmütze auf und sagte: „ Du gehst mit der jetzt nach Hause. Alle Kinder lachen dich dabei aus!“ Danach ging die Klasse schweigend auf dem Schulhof im Kreis. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass die Kinder im Hof nicht rennen durften.
Mit all den Eindrücken aus einer vergangenen Schulzeit fuhren wir wieder zur Albert-Schweitzer-Schule zurück. Wir sind froh, dass es bei uns nicht so streng zugeht.
Bericht von der Klasse 3a